Wir stellen vor: Unsere Fachgesellschaft in St. Gallen

Was beschäftigt unsere regionalen Fachgesellschaften? Wir stellen in jedem Newsletter eine Organisation vor. In dieser Ausgabe:  
Die St. Galler Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie.  

Im Kanton St. Gallen sind die Vereine für Erwachsenenpsychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie unter einem Dach vereint, nämlich der SGGPP (St. Galler Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie).  Der Verein für Kinder- und Jugendpsychiatrie steht eigentlich auch KinderpsychiaterInnen aus den beiden Appenzell und dem Fürstentum Liechtenstein offen. Aktuell ist aber in diesen Regionen kein Kinderpsychiater, keine Kinderpsychiaterin mehr niedergelassen.  

Die SGGPP hat etwas über 100 Mitglieder. Ein Drittel ist älter als 60 Jahre, knapp ein Viertel älter als 70 Jahre. Die Kinder- und JugendpsychiaterInnen machen rund 20 Prozent aus.  Im Verein sind traditionell eher Niedergelassene, aus den Institutionen sind höchstens Personen aus der Kaderebene vertreten. Die meisten FachkollegInnen sind in der Stadt St. Gallen niedergelassen (ca. 50 Prozent), der nächstgrössere Anteil in der Region Wil (ca. 20 Prozent). Aus dem Rheintal sind es ca. 12 Prozent. 

Unsere Hauptanliegen der letzten Jahre  

Mehr Mitglieder: Der Verein ist aufgrund seines kleinen Budgets eingeschränkt (auch infolge des hohen Anteils an pensionierten FachkollegInnen, welche nach bisher gültigen Statuten keinen Beitrag mehr zahlen); Sitzungsgelder für den Vorstand können keine ausbezahlt werden. Die Vereinsaktivitäten beschränkten sich deshalb auf den traditionellen Jahresausflug und die Vereinssitzungen mit Apéro, zu welchen auch oft Referentinnen und Referenten eingeladen werden.  

Um den Verein attraktiver zu machen - viele PsychiaterInnen im Kanton sind (noch) nicht Mitglied - mussten zunächst die Statuten geändert werden: neu dürfen auch AssistenzärztInnen (beitragsfrei) in den Verein aufgenommen werden, Pensionierte zahlen einen reduzierten Beitrag.  

Da der Kanton sehr weitläufig ist, ist die Möglichkeit der Hybrid-Vereinssitzungen eingeführt worden. Das vereinfacht weit entfernt wohnenden KollegInnen die Vereinsteilhabe.  

Vernetzung: Spezifisch für die Kinder- und Jugendpsychiatrie gilt: Bei so einem kleinen Verein ist es wichtig, sich mit anderen Vereinen und Organisationen mit gleicher Klientel und ähnlichen Herausforderungen zu vernetzen. Dies im Sinne eines niederschwelligen gewinnbringenden Austausches.  

Es geht vor allem um benachbarte Berufsgruppen, also im Umfeld der Schule (Schulgesundheit, schulpsychologischer Dienst), Pädiatrie (Ostschweizer Kinderärzte) und Psychologische Psychotherapeuten (Arbeitsgruppe zur Neuregelung der psychologischen Psychotherapie / Anordnungsmodell, Verein Ostschweizer PsychotherapeutInnen).  Angedacht ist allenfalls der Aufbau eines interprofessionellen Expert:innen-Forums Psychische Gesundheit Jugend (EFPJU) nach Berner Vorbild; dieses wurde in der Psychiatriekommission am Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen im November 2025 vorgestellt.  

Notfallversorgung: In der Gesundheitsversorgung ist die SGGPP seit Jahren mit der Tatsache beschäftigt, dass es in der Notfallversorgung kein spezifisches Angebot für Adoleszente (15 – 25jährige) gibt.  2022 wurde zwar am Gesundheitsdepartement unter Beteiligung von Fachpersonen ein Rahmenkonzept «Adoleszenten-Psychiatrie» ausgearbeitet, doch es ist bis heute nur rudimentär umgesetzt worden. Die SGGPP hat diesbezüglich 2025 eine entsprechende Interpellation der SP-Grüne-GLP-Fraktion an die Kantonsregierung unterstützt. In der Antwort zeigt sich, dass die Komplexität nicht erfasst wird, die mit der Behandlung dieser Altersgruppe einher geht. 

Unsere gegenwärtigen Herausforderungen  

FU-Dienst auf Ebene Gesamtpsychiatrie (SGGPP): Weil es künftig keine AmtsärztInnen mehr geben wird, sollen sich niedergelassene PsychiaterInnen am FU-Dienst beteiligen. Aktuell wird diskutiert, in welcher Form und für welche Entlöhnung dies geschehen soll. Dafür sind Vorstandsmitglieder im Gespräch mit der Kantonsärztin und Vertretenden der Institutionen.  

Fachkräftemangel auf Ebene Kinder- und Jugendpsychiatrie: Besonders die ländlichen Regionen des Kantons sind kinder- und jugendpsychiatrisch sehr schlecht versorgt. Uns treibt die Frage um, wie sich mehr FachkollegInnen in den «Fernen Osten» locken lassen. Inwiefern wäre eigentlich die Neuregelung der psychologischen Psychotherapie eine Chance gewesen, die Versorgung sowohl in städtischen als auch ländlichen Regionen) zu verbessern? Und warum hat das bisher nicht funktioniert? 

Wünsche an die SGKJPP 

Eine SGKJPP-Mitgliedschaft sollte eng an eine Mitgliedschaft im jeweiligen kantonalen Verein geknüpft sein. So könnte die SGGPP längerfristig auch mehr Delegierte entsenden und regional ihre Reichweite und Wirkkraft stärken.  

Die Köpfe der SGGPP

Die SGGPP hat seit 2019 keinen Präsidenten, keine Präsidentin mehr. Der Vereinsvorstand besteht aus sechs Mitgliedern und teilt sich die Vorstandsaufgaben. Aktuell sind dies aus der Erwachsenenpsychiatrie (EP): Elisabeth Kraus, Anke Schneiders, Antje Schatton und Thomas Egger. Die Kinder – und Jugendpsychiatrie (KJP) ist vertreten durch Daniel Bindernagel und  Gregor Berger (neu seit 26. Februar 2026; bisher Anne Esche und Birgit Quecke) 

Vereinssitzungen der SGGPP finden zweimal pro Jahr statt. Hinzu kommen jeweils zwei KJP-Sitzungen, davon eine in einer Institution (KJPD, Klinik Sonnenhof, Kinderspital) und eine in einer Praxis. 

Der Verein entsendet jeweils zwei Delegierte (EP und KJP) an die DV FMPP und SGPP/SGKJPP. Zudem haben je ein/e KJP und ein/e EP Einsitz in der Psychiatriekommission des Gesundheitsdepartements des Kantons St. Gallen. 

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